Lohn und Verteilung

Einkommens- und VermögensverteilungLohn und Profit



Dies ist einer der Schwerpunkte meiner Arbeit. Die Verteilung des Reichtums in einem Land und auf der Welt entscheidet darüber, wer in einem angemessenen Wohlstand leben kann oder in Armut leben muss. Eine immer ungleichere Verteilung hat nicht nur Konsequenzen für die Lebensbedingungen der weniger Privilegierten. Es bedeutet auch eine immer ungleichere Machtverteilung und gefährdet damit die Grundrechte. Eine funktionierende Demokratie setzt eine gewisse Gleichheit voraus.

Adam Smith in „Wealth of Nations“

„Damit einer reicher werden kann, müssen 500 arm bleiben und ohne die Polizeigewalt Ihrer Majestät könnte er sich nicht furchtlos schlafen legen.“
(Adam Smith, 1723-1790, war der Begründer der klassischen Nationalökonomie)

Reiche zahlen immer weniger Steuern

In der Krise muss erst recht wieder über Verteilung und Ungleichheit gesprochen werden.

In Zeiten der Covid-19-Pandemie rücken alle zusammen und wir konzentrieren uns richtigerweise darauf, wie wir so schnell wie möglich und unter Vermeidung von Tausenden von Opfern und einer langanhaltenden Rezession aus dieser Krise herauskommen. Bald dürften Verteilungsfragen aber wieder ins Zentrum rücken. Wer bezahlt letztlich für die sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer Krise? Wer muss die grössten Lasten tragen? Wer hat womöglich sogar davon profitiert? 

«Die Ungleichheit ist nicht ökonomisch und technologisch bedingt. Sie ist ideologisch und politisch.» Thomas Piketty in «Capital et idéologie»

In den letzten Monaten erschienen in den Medien Berichte über den hohen Anteil des Steueraufkommens der reichsten Steuerzahlenden.  Dabei wird meist unterschlagen, dass die Reichen auch über einen unverhältnismässig hohen und stetig steigenden Anteil der Einkommen verfügen. Ebenso bleibt unerwähnt, dass in den letzten Jahrzehnten die Steuern für Personen mit hohen Einkommen und für Unternehmen gesunken sind.   

Die betreffenden Berichte behaupten, dass die Reichen einen sehr hohen Anteil des Steueraufkommens berappen und dass das Schweizer Steuersystem so progressiv sei, dass es einen grossen Teil der bestehenden Einkommensungleichheit wieder von oben nach unten umverteile. Diese These wird vom Luzerner Professor Christoph Schaltegger, früher leitender Ökonom beim Wirtschaftsverband Economiesuisse, prominent vertreten und in den Medien verbreitet. Tatsächlich bezahlt das reichste Prozent der Steuerzahlenden fast ein Viertel aller Steuern und die reichsten 10 Prozent zahlen sogar über die Hälfte aller Bundes- Kantons- und Gemeindesteuern. 

Ungleiche Verteilung der Einkommen

Was diese Berichte unterschlagen, ist die Tatsache, dass die reichsten zehn Prozent unverhältnismässig hohe Einkommen aufweisen. Allein das reichste Prozent der Bevölkerung verfügt über mehr als 12 Prozent aller Einkommen, die reichsten zehn Prozent sogar über mehr als ein Drittel aller Einkommen. Gemäss Statistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) verdienen die zehn Prozent Reichsten fast doppelt so viel wie die Hälfte der Bevölkerung mit den tiefsten Einkommen. Da liegt es auf der Hand, dass sie einen wesentlich höheren Anteil der Steuern berappen müssen, der dank der Steuerprogression überproportional ist. Die progressive Wirkung verdanken wir vor allem dem Anteil der Bundessteuern, die eine deutlich höhere Progression aufweist als die Kantons- und Gemeindesteuern.

Quellen: ESTV, Steuerstatistik Direkte Bundessteuer, Dokumentation Tagesanzeiger 13.08.2019. Basis: Reineinkommen vor Steuern, Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. 

Dies entspricht den in der Bundesverfassung festgeschriebenen Grundsätzen. Gemäss dem Verfassungsauftrag in Art. 127 muss bei der Besteuerung der «Grundsatz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit» beachtet werden. Dazu kommt, dass die Topeinkommen nur deshalb möglich sind, weil Unternehmen sich auf eine gute öffentliche Infrastruktur, eine gut qualifizierte Belegschaft und das gemeinsam erarbeitet Wissen abstützen können. Topverdiener partizipieren überdurchschnittlich an den Erträgen des Unternehmens. Es ist deshalb nur gerecht, wenn sie sich angemessen an der Finanzierung der öffentlichen Investitionen und der Infrastruktur beteiligen.

Während die unteren 50 Prozent der Steuerzahlenden einen kleineren Teil an die Steuern zahlen als es ihrem Einkommensanteil entspricht, zahlen die mittleren Einkommen bereits einen überproportionalen Anteil an Steuern. Die mittleren 40 Prozent haben gemäss Steuerstatistik ein Reineinkommen von 52’000 bis 107’000 Franken, sind also alles andere als Grossverdiener und sind zudem stark belastet durch die hohen Krankenversicherungsprämien und die hohen Wohnungsmieten. Trotzdem müssen sie einen höheren Anteil an den Steuern berappen, als es ihrem Einkommensanteil entspricht.

Steuersenkungen

Das schweizerische System der Einkommenssteuern ist nicht die Umverteilungsmaschinerie, als die es oft dargestellt wird. Tatsächlich ist der Umverteilungseffekt der Steuern hierzulande viel kleiner als in vielen anderen Ländern. Kommt hinzu, dass Gutverdienende in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene Steuerreformen entlastet wurden, womit der Um- bzw. Rückverteilungseffekt deutlich abnahm.[1]  So bezahlte 1980 in der Stadt Zürich ein Paar ohne Kinder mit einem Brutto-Einkommen von einer halben Million fast 30 Prozent oder 150’000 Franken Kantons- und Gemeindesteuern. 2018 waren das nur noch 96’500 Franken oder 19.3 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwischen 1980 und der Jahrtausendwende die Inflation eine Rolle spielte, so dass eine halbe Million Einkommen 20 Jahre später einem deutlich tieferen Einkommen entsprach. Seit 2000 nahm die Teuerung nur noch um wenige Prozent zu, die Steuersenkungen waren aber immer noch beträchtlich (vgl. Grafik unten).

Quelle: ESTV, Steuerbelastung in den Kantonshauptorten, div. Jahrgänge. Basis: Kantons- Gemeinde- und Kirchensteuer.

In vielen Kantonen gab es Steuersenkungen, die speziell den Spitzenverdienenden zu Gute kamen, wie die Teilbesteuerung der Dividenden durch die Unternehmenssteuerreform II oder allgemeine Steuerfusssenkungen, von denen dank der Progression vor allem die Gutverdienenden profitierten. Auch der Grenzsteuersatz, also der Steuersatz, mit dem die höchsten Einkommensteile besteuert werden, nahm im Kanton Zürich deutlich ab, nämlich von 29.3 Prozent im Jahr 1990 auf 26.6 Prozent im Jahr 2018. Bei den Bundessteuern blieb der Grenzsteuersatz mit rund 11 Prozent etwa gleich. 

Der obige Vergleich bezieht sich auf die Stadt Zürich. Die meisten Kantone und Gemeinden in der Schweiz kennen aber tiefere Steuersätze und haben in den letzten Jahren die Steuern für Gutverdienende mehr gesenkt. So bezahlt man bei einem Brutto-Einkommen von einer Million Franken im Kanton Zürich 23 Prozent Steuern, im Kanton Zug jedoch weniger als die Hälfte, nämlich nur 10.2 Prozent. Dadurch ergibt sich für Reiche die Möglichkeiten, mittels eines Wohnsitzwechsels Steuern einzusparen und die Steuerprogression zu umgehen. Die Rückverteilungswirkung der Steuern wird dadurch noch mehr abgeschwächt. 

Die Schere geht auseinander

Als Argument für die relativ geringe Umverteilungs- oder Rückverteilungswirkung des Schweizer Steuersystems wird oft erwähnt, dass die Einkommen hierzulande im Vergleich zum Ausland nicht besonders ungleich verteilt und die Verteilung sich in den letzten Jahrzehnten auch kaum verändert habe. Oder, um mit Prof. Schaltegger zu sprechen: «Die Einkommensverteilung in der Schweizer Gesellschaft ist äusserst stabil und hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Weder nehmen die Spitzeneinkommen dramatisch zu, noch hat der Mittelstand wesentlich verloren oder hat eine Polarisierung der Gesellschaftsschichten stattgefunden.»[2] Eine solche Aussage grenzt, angesichts der Fakten und der zu diesem Thema gemachten Studien (auch derjenigen von Schaltegger selbst!), an Fake-News. Die Einkommensunterschiede haben sich hierzulande in den letzten Jahrzehnten deutlich vergrössert, wie in den meisten anderen Ländern auch. Da macht die Schweiz keineswegs eine Ausnahme.

So erhöhte sich seit 1980 der Anteil der reichsten zehn Prozent der Bevölkerung am Gesamteinkommen von rund 28 Prozent auf heute gut 32 Prozent. Und während bis Anfang der 1990er Jahre der Einkommensanteil der unteren 50 Prozent der Bevölkerung zwischen 27 und 28 Prozent betrug, sank er bis 2016 auf 25.6 Prozent (vgl. Grafik).[3]Ausgesprochen stark von dieser Entwicklung profitierten die Allerreichsten. So nahm der Anteil am Einkommen des obersten Prozents der Reichen seit 1980 um über 40 Prozent zu, während es bei den obersten zehn Prozent ca. 14 Prozent Zuwachs waren und der Einkommensanteil der unteren Hälfte abnahm. Vor allem in den letzten Jahren legte das reichste Prozent nochmals rasant zu. In der gleichen Zeit hat der Anteil der Haushalte, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegen, zugenommen.

Quelle: World Inequality Database WID. Siehe Fussnote 3

Die Schere zwischen den hohen und vor allem den höchsten Einkommen zu den unteren und mittleren Einkommen ist also auch in der Schweiz deutlich auseinander gegangen. 

Die obersten Einkommensschichten haben wesentlich mehr von der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte profitiert als die übrige Bevölkerung. Gemessen an ihrem Einkommen leisten sie aber immer weniger an Steuern und damit an die sozialen und ökologischen Kosten dieser Entwicklung und an die öffentliche Infrastruktur, auf welcher Ihr Reichtum zu einem wesentlichen Teil beruht. Die Rückverteilung durch den Staat und damit das Korrektiv der zunehmenden Ungleichheit verliert damit zunehmend an Wirksamkeit. Gerade in Krisenzeiten wie jetzt und in Hinblick auf grosse Herausforderungen wie die Klimawende muss das Steuersystem wieder gerechter werden. Verteilungsfragen sind für die Politik aktueller denn je.  

Hans Baumann, Ökonom und Publizist 

Robert Fluder, Prof. Berner Fachhochschule


[1] Im Denknetz sprechen wir üblicherweise von Rückverteilung, nicht von Umverteilung, da die Umverteilung von unten nach oben schon vorher passiert und wir durch das Steuersystem eigentlich rückverteilen müssen. 

[2] Christoph Schaltegger in Finanz und Wirtschaft, 9.01.2020

[3] Basis: Einkommen der Steuerzahlenden vor Steuerabzug. Gemäss Bundessteuer-Statistik liegt der Anteil der unteren 50% noch tiefer, die Unterschiede beruhen auf unterschiedlicher Erfassung der Einkommen.

Ohne Umkehr in der Steuerpolitik verlieren alle

Steuern sind das wichtigste Instrument für eine Rückverteilung des Wohlstands und zum sozialen Ausgleich. In einer Volksabstimmung wurde in der Schweiz 2019 die Reform der Unternehmensbesteuerung (STAF) deutlich angenommen, nachdem ein erster Versuch der rechten Parlamentsmehrheit am Volksreferendum gescheitert ist. Mit der STAF sind zwar einige international geächtete Steuerprivilegien vom Tisch. Allerdings werden sie ersetzt durch neue Steuervermeidungs-Konstrukte und durch orchestrierte Senkungen der kantonalen Gewinnsteuersätze. Damit setzt die Schweiz ihre Politik als Steuerdumping-Standort im Prinzip fort und sie schmälert die hiesigen Steuereinnahmen. Zusammen mit den Autoren Werner Kallenberger, Romeo Rey und Johannes Wickli vom Denknetz versuche ich aufzuzeigen, wie eine gerechtere Steuerpolitik aussehen kann und wie wir die nötigen Steuermittel für die grossen Investitionen in die Klimawende und soziale Reformen aufbringen können.

Der Abwärtstrend bei den Unternehmenssteuern kann nicht so weitergehen. Zum ganzen Artikel geht es hier. Eine Kurzfassung ist in der Denknetz-Zeitung erschienen.

10 Jahre Gleichheitsmonitor und Verteilungsbericht

Dieses Jahr veröffentlichte das Denknetz keinen Verteilungsbericht, sondern nur einen kurzen Kommentar zum Gleichheitsmonitor. Dies weil Ende letztes Jahr der Schweizerische Gewerkschaftsbund einen ausführlichen Verteilungsbericht herausgegeben hat[1] und seither nur noch wenige neue Daten zur Einkommens- und Vermögensverteilung verfügbar gemacht wurden.  Zudem möchte das Denknetz den jährlichen Verteilungsbericht auf eine neue Basis stellen und hat dazu eine Arbeitsgruppe eingesetzt.  

Zwei Jahre Lohnabbau bei steigenden Gewinnen Zwar konnten die Gewerkschaften für die Jahre 2017 und 2018 noch geringe Lohnerhöhungen aushandeln, im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige erhöhten sich die Löhne 2017 und 2018 aber nur um knapp ein Prozent. Da die Teuerung in den zwei Jahren 1.4 Prozent betrug, resultierte für die Arbeitnehmenden zum ersten Mal seit vielen Jahren ein Kaufkraftverlust. In den Jahren zuvor war das noch anders: Eine negative Teuerung sorgte dafür, dass die Kaufkraft leicht zunahm. Zwischen den Branchen gibt es allerdings deutliche Unterschiede. In der Industrie weist allein die Chemie- und Pharmabranche eine positive Lohnentwicklung auf. Überdurchschnittlich sind die Kaufkraftverluste im Metallgewerbe sowie der Uhren- und Maschinenindustrie. Von den Dienstleistungsbranchen schneidet neben dem Finanzsektor der Detailhandel am besten ab.    Die Gewinner der letzten zwei Jahre waren eindeutig die Unternehmen. Die Nettogewinne der Unternehmen stiegen laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung von rund 113 Milliarden Franken im Jahr 2016 auf über 124 Milliarden im letzten Jahr. Das ist ein Zuwachs von fast 10 Prozent. Die Verteilung des Wohlstands hat sich also deutlich von der Arbeit zum Kapital verschoben. Dies zeigt sich auch an der Verteilungsbilanz, wo die reale Lohnentwicklung mit der Arbeitsproduktivität verglichen wird. Gemäss dieser Bilanz sind rund vier Prozent des in der Schweiz erarbeiteten Volkseinkommens von den Arbeitnehmenden zu den Unternehmen bzw. Kapitalbesitzern geflossen, deutlich mehr als in den zwei Jahren zuvor wegen der stagnierenden Gewinne in die umgekehrte Richtung. In der Lohnquote hat sich dies übrigens kaum niedergeschlagen, sie ist relativ konstant geblieben. Der Hauptgrund ist, dass für die Lohnquote Gewinne und Arbeitseinkommen aus dem Ausland hinzu und Einkommen an das Ausland abgezogen werden. Da vor allem die Gewinne und Vermögenseinkommen aus dem Ausland abgenommen haben, hat der Anteil der Löhne am Bruttonationaleinkommen sich nur leicht vermindert.   

Stagnierende Arbeitslosigkeit, mehr Armut Wie letztes Jahr müssen wir feststellen, dass sich der Reichtum zunehmend an der Spitze der Gesellschaft konzentriert und gleichzeitig die Armut zunimmt. Trotz anziehendem Wirtschaftswachstum und zunehmender Beschäftigung ist die Erwerbslosenquote 2018 mit 4.7 Prozent fast gleich hoch geblieben. Gleich hoch geblieben ist auch die Sozialhilfequote. Die Unterbeschäftigungsquote hat bei den Frauen in den letzten zwei Jahren sogar zugenommen. Das gleiche gilt für die Armutsgefährdung von Erwerbstätigen, die 2017 sogar sehr deutlich angestiegen ist (für 2018 gibt es noch keine Zahlen). Ein sehr ähnliches Bild ergibt sich übrigens, wenn man die Kennziffern des letzten oder vorletzten Jahres mit 2008 vergleicht. Die Erwerbslosigkeit, die Unterbeschäftigung und die Sozialhilfequote hat in diesen 10 Jahren sehr deutlich zugenommen. Die Armutsgefährdung hat nach 2008 zuerst abgenommen und ist dann wieder praktisch auf das Niveau von 2008 angestiegen. Wahrlich kein Ruhmesblatt für die «reiche Schweiz». 

Dieser Artikel erschien im Denknetz-Jahrbuch 2019   

      [1] Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB: Verteilungsbericht 2018. Bern.

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Gleichheitsmonitor 2019

Unter dem Titel „Gleichheitsmonitor“ veröffentlichen wir im Denknetz-Jahrbuch jährlich einige Kennziffern über die Ungleichheit und die Verteilung in der Schweiz. Berücksichtigt werden dabei immer die zuletzt verfügbaren Daten. Zu den in den Vorjahren publizierten Kennziffern können sich Differenzen ergeben, da Datenreihen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden und das zuletzt verfügbare Jahr oft noch provisorische Daten enthält.  

Quellen und Erläuterungen:

1 BfS, Lohnindex; BfS Statistik der Gesamtarbeitsverträge, ausgehandelte, effektive Lohnerhöhung.

2 Arbeitsproduktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden, BfS (Für 2018: Veränderung des BIP pro Beschäftigten nach VGR).

3 Lohnquote bezogen auf das Bruttonationaleinkommen, bereinigt mit dem Anteil der Arbeitnehmenden an den Beschäftigten, gemäss VGR/BfS.

Mehrwertrate: Mehrwert/Variables Kapital oder in der VGR Nettobetriebsüberschüsse+Vermögenseinkommen Inländer/AN-Einkommen Inländer.

4 Lohnstrukturerhebung LSE BfS, privater und öffentlicher Sektor, Voll- und Teilzeit, Oberstes Dezil: 90 Prozent aller Löhne liegen darunter, 10 Prozent darüber. Unterstes Dezil: 10 Prozent aller Löhne liegen darunter, 90 Prozent darüber. Median: der mittlere Lohn, 50 Prozent liegen darüber, 50 Prozent darunter.

Lohnrückstand Frauenlöhne: BfS, Analyse Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern anhand der LSE 2016, BfS 2019

5 BfS, Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen, SILC. Verfügbares Einkommen ist das Einkommen unter Abzug der obligatorischen Ausgaben wie Steuern und Sozialversicherungen. Das Äquivalenzeinkommen ist ein auf Einzelpersonen umgerechnetes Haushaltseinkommen. S80/S20 = Verhältnis des Einkommens der reichsten 20 zu den ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung.

Gini-Koeffizient aufgrund BfS HABE. Er ist ein Mass für die Verteilungsgleichheit. Bei einem Wert von 0 erhielten alle Haushalte gleich viel Einkommen. Bei einem Wert von 1 erhielte ein Haushalt alles, die anderen nichts. 

6 Unia Lohnschere-Berichte, 2009-2019. Für das Jahr 2015 wurden die Erhebungsgrundlagen verbessert, so dass ein Teil der erhöhten Spanne im Jahr 2015 darauf zurückzuführen ist. 

7 SGB-Verteilungsbericht 2016, Vermögensstatistik der Eidg. Steuerverwaltung ESTV. Für 2013 bis 2015 extrapoliert.

8 BfS (SAKE), Erwerbslosenquote und Unterbeschäftigungsquote gemäss Definition ILO, Jahresdurchschnittswerte. Die Unterbeschäftigungsquote misst den Anteil jener ArbeitnehmerInnen, die einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen aber eigentlich länger arbeiten möchten. 

9 BfS, Sozialhilfestatistik, Sozialhilfequote im engeren Sinn, d.h. ohne Ergänzungsleistungen und andere Beihilfen. 

10 BfS, Statistik über Armut und materielle Entbehrung (SILC). Definition: Prozentsatz der von Armut betroffenen Erwerbstätigen (Armut = Einkommen unter 50 Prozent des Medianeinkommens).

11 Eidg. Steuerverwaltung ESTV (2014), Statistik der direkten Bundessteuern.